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Geschichte

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Hundeführer - Figurant - Züchter

Als Junge spielte im TUS Reuschenberg von der E-Jugend an Fußball. Da ich mit Tieren (Hunden, Katzen, Hühner, Enten, Kaninchen und Pferden) aufgewachsen bin, faszinierte mich besonders die Ausbildung der vielen verschiedenen Rassehunde auf dem Übungsplatz des DVG-Reuschenberg, der an den Fußballplatz angrenzte. Immer öfter beobachtete ich während meines Fußballtrainings die Ausbildung auf dem Hundeplatz.

1970 starb unser Familienhund "Struppi". "Struppi" war ein sogenannter "Altdeutscher Schäferhund", mit dem ich zusammen aufgewachsen bin. Er war einer von den Hunden, die alles verstanden und der natürlich auch am besten zuhörte, wenn ein heranwachsender Junge ihm in der Hütte seine Probleme und Sorgen erzählte und bei ihm öfter als einmal Trost suchte.

Kurz nach Struppis Tod schenkte mein Vater mir einen 8 Monate alten Schäferhund-Rüden, er hieß "Dago". Natürlich zog es mich mit diesem Hund zum Hundeplatz. "Dago" war ein großer, schwerer Schäferhund, der nicht zuletzt wegen seiner Größe und seines Gewichtes leider nicht zum Arbeiten geboren war. Aber trotzdem ging ich immer wieder zum Hundeplatz und so kam der Tag, an dem ich zum ersten Mal in voller Helfermontur im Versteck stand.
Doch der Schäferhund, den ich arbeiten sollte, hatte alles andere im Kopf als "Stellen und Verbellen". Er zog und schüttelte an meinem Oberschenkel, so daß mir das Herz in die Hose rutschte. Endlich holte der Hundeführer seinen Hund ab und die alten Diensthundeführer sagten dann zu mir: "........daß man sich im Versteck den Hund schon selbst vom Hals halten müsse". Sogleich wurde der Hund wieder ins Versteck geschickt, wo ich ihm dann schnell zu verstehen gab, dass er sich an die Spielregeln zu halten hatte. Von diesem Tag an konnte ich für diesen Hund, der mehr als einen Helfer böse gebissen hatte, in der Turnhose Schutzdienst machen.

Ab diesem Zeitpunkt hatte ich mindestens 2 x in der Woche einen Hetzarm an. 1978 machte ich meinen Helferschein im DVG, wo ich bis 1987 auf Kreisausscheidungen und LGA eingesetzt wurde.

Im Juli 1974 schenkte man mir einen schwarzen Hoverwart. Sein Name war "Rolf". Da ich damals nur einen Hund halten durfte, gab ich "Dago", den Deutschen Schäferhund an eine Familie ab. Der kleine Hoverwart machte mir viel Freude und wurde mir für 14 Jahre ein treuer Freund. Anfang 1978 hatte ich meine Bundeswehrzeit abgeleistet und ich konnte mich wieder voll auf mein Hobby konzentrieren. Rolf war jetzt schon 4 Jahre alt, er war recht gut veranlagt, hatte aber trotz seines enormen Spieltriebs im Schutzdienst schon mal Griffprobleme. Aber ich wollte damals unbedingt mit diesem Hund Prüfung machen. Am 14.10.1978 machte Rolf seine SchH 1. Nachdem es so gut geklappt hatte, machten wir natürlich noch die SchH 2 und SchH 3.

Ende 1981 kaufte ich mir den Deutschen Schäferhund "Dino von der Ruhrtalwiese" im Alter von 14 Monaten. Dino war ein Hund, der immer und überall betont im Wehrbereich stand. Mit diesem Sozialverhalten war ich nicht einverstanden und so begann ich Dino privat so zu prägen, dass man ihn frei laufen lassen konnte, ohne Angst zu haben, dass er jemanden anfällt. Mit dieser erzieherischen Maßnahme habe ich diesem Hund viel Selbstsicherheit genommen, was sich auf den Prüfungen wiederspiegelte. Auf jedem Hundeplatz wo ich einmal trainieren konnte, war Dino kaum zu schlagen, aber desto größer die Prüfungen wurden, um so weniger konnte er seine "Schularbeiten" im Schutzdienst erfüllen. Wir waren ein sehr erfolgreiches Gespann, auch wenn es ganz oben auf der VDH-Deutschen Meisterschaft nicht so klappte.

Erfolge mit "Dino von der Ruhrtalwiese" (DVG):

- 2 x Kreissieger 1983 + 1985

- 1 x Vizesieger 1984

- 3 x LGA-Teilnehmer

- 2 x Dt. Meisterschaft VDH

Im Juni 1987 erwarb ich von Klaus-Dieter Wohlfahrt den 13 Monate alten Rüden "Ben vom Heronger Land", mit dem ich meine eigenen Ziele verwirklichen konnte.

Ich wollte einen angekörten Hund im SV führen.

Anfang 1988 führte ich Ben in der SV-Ortsgruppe Delhoven, wo ich auch einige Jahre Mitglied war, auf SchH 1. Anschließend figurierte ich die anderen teilnehmenden Hunde. Friedel Heghmans, der als Gast anwesend war und mich beobachtete, sprach mich nach der Veranstaltung an und lud mich zu einem Helferseminar ein. 1988 wurde ich Lehrhelfer der Landesgruppe 05 "Nordrheinland". Dieses Amt habe ich bis 1997 gerne ausgeübt.
Einsätze:
- Körungen, Pokalkämpfe, FCI, Bundesqualifikation 1992, Bundessieger-Zuchtschau 1992,
Helfer im Lehrfilm des SV (SchH 1-3)

Meine weiteren Erfolgsstationen mit "Ben vom Heronger Land":
- LGA 1989 Vizesieger
- BSP 1989 Platz 63 (A: 88 - B: 96 - C: 98)
- LGA 1990 Platz 10
1988 beantragte ich außerdem meinen Zwingernamen "vom Reuschenberger Land" beim SV. Zu dem Namen kam ich, da ich seit meiner Jugend in der Stadt Neuss im Ortsteil Reuschenberg aufgewachsen bin und immer noch dort wohne.

Anfang Dezember 1995 übernahm ich den Rüden "Lasso vom Kämpchen" der den Rufnamen "Ben" hatte. Neben den Hunden "Cliff von der Möhnequelle" und "Dusty von der Hohen Metze" war dieser "Lasso vom Kämpchen" für mich ein Hund mit großem Triebpotenzial und mit einem noch größeren Herz. Es gibt mit Sicherheit nicht viele Hunde, die so eine Arbeitsbereitschaft haben wie dieser Hund hatte. Täglich 3 x Unterordnung machen - mit einer Triebbeständigkeit bis in die Endphase - war für Ben eine Kleinigkeit. Neben seinem Triebverhalten zeichnete er sich für mich in seinem Selbsterhaltungstrieb besonders aus. Gegen zuviel Druck reagierte er sofort und zeigte damit ganz schnell an, dass er auch "lebt". Durch diese Art hatte Ben nie Stress, weil er ihn nicht in sich hineinfraß, sondern sich sofort entlud.

Nachdem ich mit "Lasso" 1997 den "Universalsieger-Titel" erringen konnte, erschien folgender Artikel in der SV-Zeitung:

 

Universalsieger 1997

BSZS 1997

GHKL V 32

Universalsieger 1997

LGA 1997

98 - 98 - 95 = 291 V

BSP 1997

94 - 91 - 91 = 276 SG

1.Qualifikation für LGA 1998

95 - 95 - 96 = 290 V

 

"Lasso" ist 1993 geboren und stammt aus dem ersten Wurf des Zuchtsiegers 1995 "Ulk von Arlett".
Zunächst einmal war Lasso einfach Familienmitglied und Babysitter. Seine erste Besitzerin führte diesen - ihren ersten Hund - selbst bis zur SchH 3-Prüfung und zur Körung. Aus familiären Gründen mußte sie den Hund dann abgeben.Willi Patten - ein erfolgreicher Hundeführer und Lehrhelfer - erkannte das Talent dieses Rüden auf Anhieb.
Dieser Hund - der über ein enormes Triebpotential verfügte und eine gesunde Härte mitbrachte - mußte einfach mit dem entsprechenden Training auch auf höherer Ebene funktionieren, meinte Willi Patten.
In der Zeit, wo "Lasso" intensiv sowohl auf die Siegerschau als auch auf überregionale Leistungsveranstaltungen vorbereitet wurde, blieb er trotzdem Familienmitglied, da die Kinder von Willi nicht auf ihren Spielkameraden verzichten wollten.
Aber 1997 blieb für´s Spielen nicht so viel Zeit, denn die Trainings-Partner von Willi Patten (Günther Hartenfels, Theo Förster, Horst Chabrié, Heinz Lemp, Ekkehard Andersch, Wolfgang Gehre und Michael Kempkes) opferten viel Zeit, um ihrem "Willi" und seinem "Lasso" die bestmöglichen Startvoraussetzungen zu schaffen.
Allen Zweiflern haben "Willi" und "Lasso" bewiesen, daß anatomische Qualitäten kein Hinderungsgrund für wirklich gute Leistungen sind.

Margit van Dorssen, Köln
(Erschienen im SV-Heft Dezember 1997)
 

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